Zum TENEAM Projekt
Das Innovationsfondsprojekt TENEAM reagiert auf den neurologischen Versorgungsmangel in der Neurologie in strukturschwachen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns. Ziel ist es unter anderem Patientinnen und Patienten ausreichend zeitnah neurologisch zu versorgen. Wissenschaftlich begleitet wird TENEAM dabei von der TU München und dem Institut für Allgemeinmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin.
Der Hintergrund von TENEAM
In der ambulanten Versorgung – insbesondere auch in der Neurologie – entwickelt sich derzeit in vielen strukturschwachen Regionen Deutschlands ein Versorgungsmangel. Besonders betroffen sind die dünn besiedelten Regionen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Bei ohnehin schon sehr geringer Abdeckung ist aufgrund der Altersstruktur der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte in den nächsten Jahren von einem weiteren Rückgang der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte auszugehen. So wird die Zahl der ambulant tätigen Neurologinnen und Neurologen aufgrund der schwierigen Nachbesetzungen in den ländlichen Praxen in den nächsten Jahren weiter abnehmen. In Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg sind ca. 40% der niedergelassenen Neurologinnen und Neurologen bereits älter als 60 Jahre. Erschwerend kommt hinzu, dass die Häufigkeit vieler neurologischer Erkrankungen mit dem Lebensalter zunimmt und damit in strukturarmen Regionen mit höherem Durchschnittsalter ein überproportionaler Versorgungsbedarf bereits jetzt Realität ist. Erschwerend für die momentane neurologische Versorgung, kommen außerdem Infrastrukturelle Probleme, wie z.B. fehlende ÖPNV-Angebote hinzu.
Unser Konzept für eine bessere Versorgung
Da die Symptome bei neurologischen Erkrankungen weitgehend audiovisuell erfasst werden können, bieten sich diese Krankheitsbilder besonders gut für eine telemedizinische Versorgung an.
TENEAM reagiert auf den neurologischen Versorgungsmangel in ländlichen Regionen, indem teleneurologische Sprechstunden direkt in den Hausarztpraxen angeboten werden.
Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den ansässigen Hausärztinnen und Hausärzten und den in der Region weiterhin tätigen neurologischen Fachärztinnen und Fachärzten. Die telemedizinischen Sprechstunden werden dabei von folgenden Einrichtungen übernommen:
- Universitätsmedizin Greifswald, Klinik und Poliklinik für Neurologie
- Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie
- Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem
- Neurologische Schwerpunktpraxen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
Die Patientinnen und Patienten mit neurologischen Beschwerden werden dabei direkt von den Hausärztinnen und Hausärzten identifiziert und erhalten in der Hausarztpraxis die erste teleneurologische Untersuchung und Behandlungsempfehlung. TENEAM beinhaltet sowohl die Erstabklärung neurologischer Erkrankungen als auch die Versorgung von chronisch-neurologisch Erkrankten. Nach der Erstuntersuchung in der Hausarztpraxis können Folgetermine auch von zu Hause aus telemedizinisch erfolgen. Diese Folgetermine können dann auch – vom Studienzentrum koordiniert - neben den universitären Telemedizinzentren von neurologischen Schwerpunktpraxen teleneurologisch erbracht werden. Insbesondere bei chronisch-neurologisch Erkrankten soll auch die apparative Diagnostik ambulant erfolgen. Neben der gezielten Behandlung soll dabei insbesondere einer Verschlechterung der Krankheitsbilder vorgebeugt werden. Um die teleneurologische Versorgung in den Hausarztpraxen zu ermöglichen, werden diese mit modernster Telemedizintechnik der Firma MEYTEC ausgestattet.
Jede teilnehmende Praxis erhält einen mobilen Arbeitsplatz mit autarkem Netz. Die Computer verfügen über eine Kamera mit ausgezeichneter Zoomfunktion und einer Drehung von 180°. Bei Bedarf wird eine Fachkraft unterstützend vor Ort während der Sprechstunde anwesend sein. Um die Einrichtung des telemedizinischen Arbeitsplatzes in den insgesamt 200 teilnehmenden Hausarztpraxen kümmern sich Projektverantwortliche.